Chronik der Weißen Rose


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1918
22. September: Hans Scholl in Ingersheim an der Jagst geboren

1921
9. Mai: Sophie Scholl in Forchtenberg am Kocher geboren.

Vater Robert Scholl (1891-1973), Bürgermeister in Ingersheim, dann in Forchtenberg, seit 1932 Wirtschafts- und Steuerberater in Ulm; Mutter Magdalene, geb. Müller (1881-1958), als Diakonisse ausgebildet; Geschwister Inge (geb. 1917), Elisabeth (geb. 1920), Werner (geb. 1922, seit Mai 1944 in Rußland vermißt)

1930
Umzug der Familie nach Ludwigsburg

1932
Übersiedlung nach Ulm, Wohnung am Münsterplatz

1937
März: Hans Scholl besteht das Abitur an einer Ulmer Oberrealschule. Anschließend halbjähriger Arbeitsdienst bei Göppingen
Oktober: Beginn des Wehrdienstes bei der Kavallerie in Bad Cannstatt
Dezember: fünfwöchige Untersuchungshaft in Stuttgart wegen «bündischer Umtriebe».
Infolge allgemeiner Amnestie entfällt das Gerichtsverfahren

1938
November: Nach Abschluß der - auf ein Jahr verkürzten - Militärausbildung medizinisches Praktikum in Tübingen

1939
Mai: Hans Scholl beginnt Medizin in München zu studieren.

1940
März: Sophie Scholl beendet mit dem Abitur die Schulzeit.
Mai: Beginn einer Ausbildung zur Kindergärtnerin am Ulmer Fröbel-Seminar; Hans Scholl nimmt am Frankreich-Feldzug teil, erst als Krad-Melder, dann im Lazarettdienst
November: Hans Scholl setzt sein Medizinstudium in München fort

1941
Januar: Hans Scholl besteht das Physikum. Die folgenden klinischen Semester werden durch Famulaturen ergänzt
März: Sophie Scholl legt die Prüfung als Kindergärtnerin ab, danach halbjähriger Arbeitsdienst im Lager Krauchenwies bei Sigmaringen
Oktober (bis März 1942): Sophie Scholl absolviert einen halbjährigen Kriegshilfsdienst in einem Kindergarten in Blumberg bei Donaueschingen

1942
Mai: Sophie Scholl Studentin der Biologie und Philosophie in München
3. Juni: Die Geschwister Scholl und die Freunde Probst und Schmorell begegnen Kurt Huber im Hause Mertens. Huber: ... man beschloß, wieder zusammenzukommen
Juni/Juli: Hans Scholl und Alexander Schmorell verbreiten die «Flugblätter der Weißen Rose» I bis IV
Ende Juli (bis Ende Oktober): Feldfamulatur im Mittelabschnitt der Ostfront um Rschew und Gschatsk: Scholl, Schmorell, Graf, nicht aber Probst
August: Robert Scholl wegen «Heimtücke» zu vier Monaten Gefängnis verurteilt, nebst Berufsverbot (nach einer Denunziation auf Grund abfälliger Äußerungen über Hitler) August/September: Sophie Scholl leistet Kriegshilfsdienst in einem Ulmer Rüstungsbetrieb
November/Dezember: Beginn der Kontaktsuche der Weißen Rose zu anderen Widerstandsgruppen, bzw. Bemühungen, die Aktivität der Weißen Rose auch in andere Städte auszudehnen
1. Dezember: Die Geschwister Scholl beziehen eine gemeinsame Wohnung in der Franz-Joseph-Straße 13 in Schwabing

1943
13. Januar: Vervielfältigung des kurz zuvor von Hans Scholl verfaßten und von Kurt Huber redigierten fünften Flugblatts. Verbreitung per Post und Bahn in anderen süddeutschen Städten sowie - Ende Januar - durch Ausstreuen in der Münchner Innenstadt, Skandal im Deutschen Museum auf Grund von beleidigenden Äußerungen des Gauleiters Giesler gegenüber den Studentinnen
Ende Januar: Die Gestapo setzt eine Sonderkommission der Kriminalpolizei ein
3. Februar: Das Oberkommando der Wehrmacht meldet das Ende der Kämpfe in Stalingrad
3./4. Februar: Nächtliche antinazistische Mauerparolen in München (durch Hans Scholl, Alexander Schmorell und Willi Graf)
8./9. Februar: Wiederholung der Widerstandsaufrufe
14. Februar: Kurt Huber entwirft das sechste und letzte Flugblatt
15. Februar: Fertigstellung und Versand des 6. Flugblatts
15./16. Februar: Dritter nächtlicher Agitationsstreifzug
18. Februar: Hans und Sophie Scholl werden in der Universität beim Ausstreuen von Flugblättern überrascht und festgenommen. Abends: Aufruf des Propagandaministers Goebbels im Berliner Sportpalast zum «Totalen Krieg». Um Mitternacht Verhaftung Willi Grafs. Alexander Schmorell versucht zu fliehen
19. Februar: Christoph Probst in Innsbruck verhaftet
22. Februar: Der Volksgerichtshof verurteilt in München Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst zum Tode. Am selben Tag Hinrichtung durch das Fallbeil
24. Februar: Beisetzung unter Gestapo-Aufsicht auf dem Perlacher Friedhof. Alexander Schmorell verhaftet
27. Februar: Kurt Huber verhaftet. Zusammen mit seiner Familie werden auch die Angehörigen der anderen Tatbeteiligten in Sippenhaft genommen, mit Ausnahme des Wehrmacht-Angehörigen Werner Scholl; im August anderthalbjährige Zuchthausstrafe für Robert Scholl
19. April: Zweiter Prozeß vor dem Volksgerichtshof in München. Todesurteile gegen Willi Graf, Alexander Schmorell, Kurt Huber - zehn Haftstrafen von zehn Jahren Zuchthaus bis zu sechs Monaten Gefängnis, ein Freispruch
13. Juli: Alexander Schmorell und Kurt Huber werden durch das Fallbeil hingerichtet. Dritter Prozeß in München; eine Haftstrafe, drei Freisprüche
8. Oktober: Hans Leipelt in München verhaftet
12. Oktober: Willi Graf stirbt durch das Fallbeil
9. November: Beginn der Zerschlagung des Hamburger Kreises der Weißen Rose

1944
13. Oktober: Hans Leipelt vom Volksgerichtshof in Donauwörth zum Tode verurteilt (29. Januar 45: Hinrichtung durch das Fallbeil )

1945
3. Februar: Tod Roland Freislers bei einem Luftangriff in Berlin
17. April: Heinz Kucharski vom Volksgerichtshof in Hamburg zum Tode verurteilt.
Flucht kurz vor der Exekution

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