Volksgerichtshof

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Der Volksgerichtshof wurde 1934 als Sondergericht für politische Straftaten wie "Wehrkraftzersetzung", "Wehrdienstentziehung" oder Spionage eingerichtet. Ab 1936 unterstand das Gericht Otto Thierack, der 1942 zum Reichsjustizminister ernannt wurde. Ihm folgte Roland Freisler nach, der auch die Mitglieder der Widerstands- organisationen wie der Weißen Rose oder die Offiziere des 20. Juli 1944 verurteilte.

Unter ihm wurde der Volksgerichtshof zu einem gefürchteten Instrument nationalsozialistischer Terrorjustiz. Nur zwei der jeweils fünf Richter der sechs Senate, der Vorsitzende und ein Beisitzer, mußten Juristen sein. Die anderen drei waren von Hitler ernannte Laienbeisitzer aus Wehrmacht, Polizei oder Partei. Mit Beginn des Krieges hatten sich die Maßstäbe der deutschen Justiz geändert. Reichsjustizminister Gürtner und der Staatssekretär Freisler bestimmten am 24. Oktober 1939 die neuen Ziele: die Rechtspflege müsse einen Zusammenbruch der "inneren Front" verhindern. Aus diesem Grund wurden die Friedensmaßstäbe fallengelassen und bei der Anwendung des Strafrechts eine "Umwertung der Werte" vollzogen. Der Staatsapparat setzte alles daran, die Disziplin der Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Um dies zu erreichen, sollten Straftäter möglichst rasch abgeurteilt werden. Dies galt vor allem für die Sondergerichte, da hier die Verteidigung nur sehr eingeschränkte bzw. gar keine Rechte hatte. Wegen der vielen Kriegsgesetze fielen dann ohnehin die meisten Tatbestände in die Zuständigkeit der Sondergerichte.

Ende 1941 war die Zahl der verhängten Todesurteile stark angestiegen: beinahe 50 Prozent der Angeklagten fanden daraufhin den Tod auf dem Schafott. Insgesamt wurden ca. 5200 Menschen auf Urteile des VGH hin hingerichtet, etwa die Hälfte davon stammten aus den okkupierten Ländern.

"Offizielle" Todesurteile im Dritten Reich:

1939 99
1941 1292
1943 5336

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